GEAB N° 36 ist angekommen
Die "Schurkenwellen" kommen. Im weltweit, monetären schwarzen Loch, werden die Bailouts der USA und GB bis zum Ende des Sommers wieder verpufft sein.
Da sozusagen die technischen Aspekte der Krise ja schon abgehakt sind, kommt die soziale Komponente in dieser Phase der Krise jetzt verstärkt zum tragen. Wenn der Einbruch in den Sozialsystemen kommt, wird wieder Fahrt aufgenommen. In Lettland werden ab 2010 Beamtengehälter, Pensionen, Arbeitslosengeld und andere Sozialunterstützungen um 10-20% minimiert. Dass wird so in allen überschuldeten Staaten passieren und ist ein nicht zu unterschätzender Trigger.
Wie schon Peer Steinbrück, oder der österreichische IHS-Chef Felderer bemerkt haben muss dass ausgegebene Geld der Steuerzahler auch wieder refinanziert werden. Wenn die Zinszahlungen des Staatshaushalts die Einnahmen übersteigen ist dass ein klassischer Staatsbankrott. Man braucht kein großartiger Mathematiker sein, um hier Handlungsbedarf zu sehen.
Wie ein süchtiger Spieler im Casino, der immer mehr riskiert in der Hoffnung doch noch den ganzen Pott zurückzugewinnen, wird auf allen Fronten verzweifelt versucht, das Unvermeidliche aufzuhalten. Deutschland versucht noch bis zu den Wahlen im September durchzuhalten. Der amerikanische Finanzminister Geithner wird in Peking von Hochschulstudenten ausgelacht, weil er der Führung für die guten und sicheren Investitionen in den USA gratuliert. In Spanien schlägt jetzt die Immobilienkrise durch, die baltischen Staaten sind in ernsten Schwierigkeiten und an der Börse wird gerade den letzten Ahnungslosen das Geld aus der Tasche gezogen.
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Kommentare
www.voxeu.org/
LEAP tut ja seit Jahresbeginn nichts anderes mehr als den Untergang nach hinten zu verschieben und ihn zum Ausgleich dafür immer drastischer zu malen. Schade eigentlich.
und ich kann Ihnen nur in einem Punkt leicht tendenziell recht geben, nämlich daß LEAP ein wenig überdramatisier t, obwohl von Apokalypse nie die Rede war.
Das scheint mir eher am französischen Verve zu liegen, was ihre Analysen auch wieder sympathisch macht - keine angloamerikanis che oder germanische Trockenheit, sondern ein wenig mediterraner Pathos. Mir gefällt das und ich glaube das ist auch der Charme und ein Vorteil Europas, Charakter zu haben und nicht im globalisierten Einheitsbrei zu versinken.
Man muß LEAP wirklich gratulieren, daß sie mit ihren Analysen immer so korrekt (bis auf ganz wenige Ausnahmen) waren und die Trends und Tendenzen zu heutigen Ereignissen schon Jahre im voraus erkannt, eben antizipiert, hatten - was man den \"Wirtschaftsexpe rten\", den Wirtschafts\"wissenschaften\ " und den Medien usw. ja nicht gerade attestieren kann.
Die einzige Schwäche, die sie an den Tag legen, ist daß sie den unmittelbaren impact von historischen Ereignissen wie den derzeitigen anscheinend überschätzt hatten, aber so ging es vielen.
Das rührt daher, daß für Personen mit einem gewissen Erkenntnisstand die Unvermeidbarkei t eines Crashs völlig klar war, genauso wie der Zusammenbruch des Dollar- bzw. Weltwährungssys tems unvermeidlich und nur eine Frage der Zeit ist. (deswegen wirken ihre Kommentare leicht apokalyptisch)
ABER sie haben einfach unterschätzt - ich hätte es auch nicht gedacht - wie sehr sich die Öffentlichkeit an das bestehende System klammert, daß den Menschen die kollektive Illusion, es würde immer alles gleich weitergehen, lieber ist als das Eingeständnis in Wirklichkeit ein totes Pferd zu reiten und alte Dogmen aufgeben zu müssen.
Das kann man LEAP aber kaum vorwerfen, denn was derzeit an Realitätsverwei gerung und Verdrängung der grundlegenden Problematik passiert, ist schon hochpathologisc h, wie die seit März laufende Aktienrally samt \"green shoots\"-Theorie beweist. (rein zufällig dort beginnend, wo citigroup dauerhaft zum pennystock werden sollte und auf einmal ein jubelmail vom chef auftaucht und aktienindizes weltweit wichtige tiefststände unterschritten hätten)
Aber schon im 16. Jhdt. sagte Michel de Montaigne \"Das öffentliche Wohl verlangt Lüge und Verrat\" - das gilt wohl mehr denn je.
Und deswegen - LEAP mag um 6-12 Monate zu früh dran sein oder auch nicht - sind die wichtigsten Entwicklungen, drastische Zunahme der Arbeitslosigkei t, Insolvenzen, vor allem die von UK und USA absolut am Laufen und man sollte vorbereitet sein, wann sie eintreffen ist nur mehr eine Frage der Zeit.
siehe auch: www.treas.gov
Die Daten hinken 2 Monate hinterher, doch schon im April (die Volumina an neuen US-Bonds waren damals schon hoch und sind seitdem gestiegen) waren die Briten anscheinend die einzigen, die noch nennenswerte Mengen kauften, China fing schon an zu reduzieren.
Und zu voxeu.org:
Kann man eine Seite ernst nehmen die Artikel wie:
\"The macroeconomic benefits of mortgage-backed securities\"
...veröffentlicht?!
(es sollte den Untertitel haben:\"on a horizon of 10 years, later turning out to cause systemic damage)
Auch das \"about\" von voxeu spricht Bände, nennt es doch zahlreiche Namen des bisherigen ökonomischen Establishments.
Aber schon Einstein wusste:
\"Ein Problem kann nicht von denselben Gehirnen gelöst werden, durch die es entstanden ist.\"
So simpel, so ist es.
dazu: GEAB Prognose-Zeitrahmen (www.wiweb.at/.../)
muss Werbung für das Forum machen.
die sommerausgabe der geab würde mich sehr interessieren - vor allem /oder auch /nur der
s.lippitz@gmx.net
Vielen herzlichen Dank!
nächstes mal aber nur mit spendenbeitrag - ist ja nicht ganz billig...
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