Systemfrage

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    Die Nebenwirkungen des Geldparadigma, stellt der Ökonom und Philosoph Professor Dr. Dr. Wolfgang Berger in einem ausführlichen Interview und in schonungsloser Offenheit dar. Die einfache Frage der Bedeutung des Zinses in unserem Geldsystem wird nämlich nicht gestellt, da ansonsten das Geldsystem wie wir es kennen nur mehr Makulatur wäre.

    DDr. Wolfgang Berger legt in seinem Interview auch dar, wie durch unser Bildungssystem kritisches Denken unterdrückt um so die Dogmen und Paradigmen aufrecht zu erhalten die seit Jahrhunderten einigen wenigen erlauben ein leistungsloses Einkommen zu beziehen:

    Thomas Kuhn hat mit den Instrumenten der formalen Logik nachgewiesen, dass jede Wissenschaft auf Paradigmen aufbaut – auf Dogmen, die quasi das Fundament der Disziplin sind, die sich nicht beweisen lassen und die die Vertreter dieser Zunft glauben müssen. 

    Ohne den Glauben an diese Dogmen die ja das Fundament in den jeweiligen Disziplinen darstellen würde man kaum das erste Semester in Ökonomie, Betriebswirtschaft etc. bewältigen können.

    Um das bestehende System einem grundlegenden Wandel zu unterziehen muss die Zinswirtschaft abgeschafft werden ansonsten ist ein Reset des System nur mit den schon jahrhundertelangen bekannten Folgen von Krieg oder kriegsähnlichen Zuständen zu bewältigen, die wieder nur der Verschleierung des Systems dienen.

    Eine grundlegende Restrukturierung des Modells "Geschäftsbanken", sollte daher angedacht werden. Prof. Berger denkt dabei zurecht an die Einführung einer Geldsteuer. Die jeder bezahlen muss der Geld auf der Bank anlegt, somit könnte die Inflation bei gehalten werden, "Fließendes Geld" wäre die Folge.

    Die Geschäftsbanken könnten auch zu Filialen der Zentralbank umfunktioniert werden und statt den Zinsen eben mit dieser Geldsteuer ihr Geld verdienen. Kredite werden zinsenlos vergeben (mit allen Pflichten wie bisher), bei Nichtrückzahlung Pfändung, Eintragung ins Grundbuch etc. Der Vorteil dieses Modells die Geldmengensteuerungen der Zentralbanken würden greifen es würde ein werthaltiges und inflationsloses Geldsystem geben. Wieso sollte also eine unabhängige Zentralbank keine Kredite vergeben (was sie übrigens zum heutigen Zeitpunkt tut). 

    Wir leben nun seit langer Zeit mit den Wirkungen dieses Systems die Ursachenfrage will man aber nicht stellen. Wahrscheinlich weil unsere Lebenszeit begrenzt ist und jeder im hier und jetzt dass bestmögliche aus dem System herausholen will und viele auch gut in diesem System leben.

    Die exponentiell wachsenden Anteile des Volkseinkommens, das von „unten“ nach „oben“ umverteilt werden muss – das sind die gigantischen leistungslosen Einkommen. Sie müssen von allen gemeinsam erarbeitet werden, also von Unternehmern und von Arbeitsnehmern. Die lächerlichen Almosen, die den arbeitslosen Opfern des Systems gewährt werden, können wir dagegen vernachlässigen. 

    In diesem System gibt es eben keine Wachstumsrate die über dem Zins liegt, daher verdienen nur einige wenige die mehr Zinsen einnehmen als sie ausgeben in diesem Modell. Die moderne Kostenrechnung zeigt ja in den Preisen wieviel Zinsanteile in den jeweiligen Gütern vorhanden sind, diese Zinsen werden in jedem Produktionsschritt bei der Erstellung von Gütern aufgeschlagen.

    Wenn man die Logistikkette verfolgt kann man leicht ausrechnen welchen Anteil der Zins am Gesamtprodukt hat, dazu kommen natürlich die jeweiligen Steuern. Nicht weiter verwunderlich, dass die Politiker in einem solchen System unter Druck kommen.

    Die Monopolstellung der Finanzaristokratie mithilfe des exponentiellen Zinses ist also für 90% der Bevölkerung kein tragfähiges Modell und gehört ersetzt.

    Im frühen Mitteleuropa, etwa von 1150 bis 1450 hat es eine dreihundertjährige Epoche ohne Kriege gegeben in der "fließendes Geld" eingesetzt wurde. Diese Epoche wurde durch eine 10% Steueranhebung der damaligen Herrscher aufgelöst. (zu lesen im Interview).


    chaostheorien.de


    Nachwort von Prof. DDr. Berger

    Noch ein kleines „Nachwort“: Was ich hier dargelegt habe, finden Sie in keiner Zeitung, in keiner Radio- oder Fernsehsendung. Alle Redaktionen müssen gegenüber ihren Eigentümern oder großen Inserenten vorauseilenden Gehorsam leisten und die einfache Lösung für eine Reform unserer Geld- und Finanzordnung totschweigen, wenn sie ihren Arbeitsplatz nicht riskieren wollen. Das können wir ihnen nicht verdenken. Deshalb ist das Internet der einzige Weg, diese Ideen zu verbreiten. Nutzen Sie ihn.   
       



           

     

    Kommentare  

     
    +1 # RE: SystemfrageTempelritter 2010-07-25 17:41
    ganz meiner Meinung. Vorteil das derzeitige System hat uns zumindest in der westlichen Welt einen zeitmäßig begrenzten materiellen Wohlstand gebracht. Im Niedergang entfaltet dieses System seine grausame Wirkung.

    Obiges Modell würde wahrscheinlich nicht so einen großen Wohlstand generieren. Wäre aber nachhaltiger und würde mehr Sicherheit in allen Belangen garantieren.
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    -2 # RE: SystemfrageUnwahrheiten 2010-07-27 14:35
    von 1150-1450 keine Kriege dank Geldsystem??? Lernens Geschichte!

    1278 Krieg zw. Rudolf I. und Ottokar ... hier in Österreich!

    1337-1453 Hunderjähriger Krieg Frankreich-England

    1370 Krieg Hanse gg. Dänemark

    Mongoleneinfall , Hussitenkrieg, Magyaren-Einfälle etc.

    Und das Geldsystem zur damaligen Zeit kannte den Zins genauso wie die Babylonier lange davor.

    Hier werden zusammenhanglos e Märchen erzählt.
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    0 # RE: RE: SystemfrageTempelritter 2010-07-27 16:09
    ohne Historiker zu sein, Ihre Bsp.: bestätigen nur die These.

    Wo der Zins, da der Krieg :)

    zu 1150-1450

    wallstreet-online.de/.../...
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    +1 # RE: Systemfragedie Simpsons 2010-07-27 15:10
    Was auf mich beruhigend wirkt ist folgende Stelle im Interview:

    Unser Erdmagnetfeld ändert sich dramatisch, im Südatlantik hat es sich bereits um die Hälfte abgeschwächt. Astrophysiker erwarten Sonneneruptione n von gigantischen Ausmaßen. Sie werden die Erde mit gewaltigen Elektronen- und Protonenwolken bombardieren und unsere gesamte Mikroelektronik funktionsunfähi g machen. Vorboten gab es 1989 in Kanada und 2003 in Schweden. Sobald das geschieht, bricht unser Finanzsystem ohnehin zusammen. Wenn wir weise wären, würden wir es vorher schon so reformieren, wie wir es nach dem Zusammenbruch benötigen werden, wenn es dem Leben dienen soll.

    Voraussgesetzt die Sonneneruptione n finden denn auch tatsächlich statt.
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